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Fensterreinigung mit Reinstwasser - Mit der Umkehrosmose zum Erfolg

von Constance Schulz am 03.09.2020 09:21:00
 

Reinstwasser

Das Reinigen mit Rein- bzw. Reinstwasser gilt als der Trend in der Reinigungsbranche. Doch hält dieses Verfahren wirklich was es verspricht? In diesem Artikel erfahren Sie, um was es bei Reinwasser geht und welche Methode sich wirtschaftlich für Sie rechnet.

Was ist Rein- oder Reinstwasser?

Unter Reinstwasser, auch Reinwasser, Osmosewasser, VE-Wasser, Prozesswasser u.v.m., versteht man Wasser, dass auf technischem Wege von Mineralien, Eisen, Mangan und sonstigen Fremdstoffen befreit wurde. Die gängigen Methoden zur Herstellung von Reinstwasser sind die Filtrierung des Wassers über Mischbettharzfilter oder das Verfahren der Umkehrosmose.

Die Methoden zur Herstellung von Reinstwasser

Mischbettharzfilter

Der Mischbettharzfilter oder auch Mischbett-Austauscher genannt, hat die Funktion eines Vollentsalzers, bei dem durch vorgeschaltete Kationen- und Anionenaustauschern alle ionogenen Verbindungen aus dem natürlichen Leitungswasser entfernt werden. Die meist Harzfilter genannten Mischbettfilter verbrauchen sich und können nicht regeneriert werden, sondern müssen getauscht werden. Wenn also größere Mengen an Reinstwasser gebraucht werden und das Ursprungswasser eine große Härte aufweist, ist dieses Verfahren nicht mehr kostengünstig.

Umkehrosmose

Dann empfiehlt sich der Einsatz der Osmosereinigung, genauer gesagt, das Verfahren der Umkehrosmose. Unter Osmose versteht man beim Wasser die natürliche Eigenschaft des Wassers, sich mit Mineralstoffen (0der Stoffen generell) anzureichern. Bei der Umkehrosmose wird gegen diese Eigenschaft des Wassers gearbeitet. Dabei wird das Leitungswasser unter Druck, 3 bis 30 bar, durch eine halbdurchlässige (semipermeable) Membran gepresst. Das reine Wasser kann die Membran passieren, die Verunreinigungsmoleküle werden herausgefiltert und abgeleitet.

Vorteile der Umkehrosmose bei der Fensterreinigung

Das mit der Umkehrosmose hergestellte Wasser bringt gerade bei der Fensterreinigung im Besonderen und der Reinigung im Allgemeinen einige herausragende Vorteile mit sich. Durch die osmotische Eigenschaft des Reinstwassers werden Verschmutzungen von wasserbeständigen Oberflächen sehr gut bei sogar völligem Verzicht auf chemische Reinigungsmittel gelöst. Sie tragen damit nicht nur erheblich zur Nachhaltigkeit und dem Umweltschutz bei sondern reduzieren auch noch Kosten, die Sie für Reinigungsmittel aufbringen müssten.

Wenn die Flächen ausreichend von Fremdstoffen und Verschmutzungen befreit sind, kann verbleibendes Wasser rückstandsfrei abtrocknen, da ja keine Inhaltsstoffe mehr im Wasser sind, die unschöne Flecken bilden können.

Diese Tatsache eröffnet bei der Fenster- und Fassadenreinigung die weitere Möglichkeit, dass das Reinigungspersonal nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Fläche bzw. der Verschmutzung sein muss, sondern in einem gewissen Abstand Reinigungsergebnisse erzielen kann, die sonst nur durch den Einsatz von Steigern, Kränen oder Fassadenliften möglich war.

Man kann mittels Teleskopstangen, die bis zu 16 Meter steckbar sind, vom Boden aus entsprechend Flächen in eben fast dieser Höhe reinigen. Die Einsparungen beim Equipment sind sehr hoch. Außerdem verkürzt sich auch der Zeitaufwand bei diesem Verfahren, da mehr Fläche in geringerer Zeit bearbeitet werden kann.

Doch nicht nur für die Fensterreinigung, auch für Bodenflächen eignet sich die Reinwasser-Reinigung hervorragend. Ob hochglänzende Steinflächen, Parkett oder PVC, überall lässt sich das Verfahren anwenden. Zu beachten ist jedoch, dass man bei vorbehandelten Flächen erst nach mehrmaliger Reinigung glänzende Ergebnisse erzielt.

Wirtschaftlichkeit gegenüber des Mischbettharzfiltersystems

Wann das Umkehrosmosesystem kostengünstiger als das Mischbettharzfiltersystem ist, lässt sich auf der Basis von Erfahrungswerten gut festlegen. Die Mehrkosten der Umkehrosmoseanlage amortisieren sich etwa nach einem Reinstwasserverbrauch von 40.000 Litern, die man bei der Fensterreinigung in ca. 40 Tagen verbraucht. Danach hat man natürlich einen permanent steigenden Spareffekt. Abhängig von der Wasserhärte am jeweiligen Einsatzort können diese Werte variieren.

Bei dem professionellen Fensterreiniger, dessen Tätigkeitsschwerpunkt die Fensterreinigung ist, kann die Investition in eine Umkehrosmoseanlage eigentlich keine Frage sein.

Die Kosten pro 1.000 Litern Reinstwasser liegen bei dem Mischbettharzfilter bei ca. 15 bis 100 Euro.

Die Herstellerangaben bei der Umkehrosmoseanlage werden auf unter einem Euro pro 1.000 Litern Wasser beziffert.

Selbst wenn diese Zahl vielleicht etwas geschönt ist, so ist das Delta zwischen den Systemen mit Sicherheit so groß, dass der Einsatz von Mischbettharzsystemen nur zum Feldtest des Verfahrens oder für Reinigungsdienstleister, die nur sehr sporadisch Fenster reinigen, sinnvoll ist.

Das Zubehör wie Schläuche, Bürsten, Teleskopstangen ist in der Regel auf beide Systeme adaptierbar.

Grenzen der Reinwasserreinigung

Wie alle Reinigungsverfahren, hat auch die Rein- bzw. Reinstwasserreinigung ihre Grenzen. Dort wo sehr stark anhaftende Verschmutzungen bestehen, wie zum Beispiel bei eingebranntem Vogelkot oder aber auch bei Fetten und Ölen, gelingt die Reinigung mit Reinwasser nur sehr schwer.

 

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Fazit

Die Reinigung mit Reinwasser ist trotz ihrer wenigen Grenzen ein nachhaltiges und kostengünstiges Reinigungsverfahren. Es spricht auch nichts dagegen nach einer konventionellen Grundreinigung, welche die starken Verschmutzungen beseitigt, eine Unterhaltsreinigung mit Reinstwasser anzuschließen. Um Reinwasser herzustellen gibt es zwei Methoden. Zum einen über den Mischbettharzfilter und zum anderen durch die Umkehrosmose. Es zeigt sich, dass die Umkehrosmose tendenziell die wirtschaftlichere Variante ist.

Kategorien: Reinigungsverfahren, Fensterreinigung

Constance Schulz

Autorin: Constance Schulz

Constance Schulz hat im Februar 2015 die Marketingleitung bei der remaconcept GmbH übernommen. In dieser Funktion verantwortet sie das Business Development und das strategische Marketing. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung von zukunftsorientierten und digitalen Marketingkonzepten. T +49 6207  9431-14 Mobil: 01751500239 E-Mail constance.schulz@remaconcept.de

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